Lüftungsglossar

Von «A» wie Abluft bis «Z» wie Zuluft. Die wichtigsten Begriffe aus der Lüftungstechnik

A
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A
AbluftAbluft ist aus dem Raum abgeführte Luft.
Aussenluft-VolumenstromDie gesamte aus dem Freien angesaugte frische Aussenluft [in m³/h].
AussenluftdurchlassEin Aussenluftdurchlass gibt es speziell für den Einbau in Fenster, Decke und Wand. Es funktioniert nach dem Prinizip der Unterdruckregelung und garantiert so eine optimale Lufteinströmung. Oftmals wird auch der Begriff Zuluftelement verwendet.
B
Bedarfsgerechte LüftungVentilatorgestützte Lüftung, bei der die Luftmenge an den Bedarf (anwesend, abwesend, Intensiv bzw. Party) angepasst wird (händisch oder automatisch).
BypassÜber den Bypass wird der Wärmetauscher des Lüftungsgerätes umgangen (Sommerbetrieb).
D
DurchlassEin Durchlass ist eine Zu- oder Abluftöffnung (Ventil) in einem Lüftungssystem, über die Luft kontrolliert in Räume eintritt oder abgeführt wird. Durchlässe ermöglichen eine gleichmäßige Luftverteilung und sind wichtig für eine effiziente Wohnraumlüftung sowie ein angenehmes Raumklima.
E
EntfeuchtenEntfeuchten bezeichnet das gezielte Reduzieren der absoluten Luftfeuchtigkeit in Räumen. Überschüssige Feuchtigkeit wird dabei durch Lüftung oder technische Systeme aus der Raumluft entfernt. Eine wirksame Entfeuchtung hilft, Schimmelbildung, Kondensat und Feuchteschäden zu vermeiden und sorgt für ein gesundes sowie angenehmes Raumklima.
F
FensterlüftungUnter Fensterlüftung versteht man den Luftaustausch durch das Öffnen oder Kippen von Fenstern. Durch Stoßlüften oder Querlüften werden verbrauchte Luft, Feuchtigkeit und Gerüche aus dem Raum abgeführt und durch frische Außenluft ersetzt. Die Fensterlüftung ist eine einfache Möglichkeit zur Verbesserung der Luftqualität, erfordert jedoch regelmäßiges und bewusstes Lüften durch die Bewohner. Der Luftaustausch ist hierbei unkontrollierbar.
FortluftAls Fortluft bezeichnet man die verbrauchte, abgekühlte Raumluft, die von einer Lüftungsanlage nach außen abgeführt wird. Sie transportiert Feuchtigkeit, CO₂ und Gerüche aus dem Gebäude und ist ein wesentlicher Bestandteil eines kontrollierten Luftaustauschs. Die Fortluft unterstützt eine gute Luftqualität und hilft, Schimmelbildung vorzubeugen.
FugenlüftungAls Fugenlüftung wird der natürliche Luftaustausch über schmale Fugen und Undichtigkeiten an Fenstern und Türen aufgrund von Wind- und Temperaturunterschieden bezeichnet. Während ältere Gebäude oft von einer gewissen Fugenlüftung profitieren, reicht sie bei modernen, luftdichten Gebäuden in der Regel nicht aus, um eine dauerhaft gute Luftqualität und einen wirksamen Feuchteschutz sicherzustellen.
I
InfiltrationUnter Infiltration versteht man das unkontrollierte Eindringen von Außenluft in ein Gebäude über Undichtigkeiten der Gebäudehülle, beispielsweise an Fenstern, Türen oder Fugen. Die dabei einströmende Luftmenge lässt sich nicht gezielt steuern und kann zu Wärmeverlusten, Zugerscheinungen und einer verminderten Energieeffizienz führen. Moderne Gebäude werden daher möglichst luftdicht ausgeführt und mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung kombiniert.
IntensivlüftungDie Intensivlüftung bezeichnet eine kurzzeitig erhöhte Lüftungsleistung, um große Mengen an Feuchtigkeit, Gerüchen oder Schadstoffen schnell aus Innenräumen abzuführen. Sie wird beispielsweise nach dem Duschen, Kochen oder bei hoher Personenbelegung eingesetzt. Durch den erhöhten Luftaustausch verbessert die Intensivlüftung die Luftqualität und unterstützt einen wirksamen Feuchteschutz.
L
Luftfeuchte, relativ (relative Luftfeuchte (r.F.))Die relative Luftfeuchtigkeit beschreibt den prozentualen Anteil des tatsächlich enthaltenen Wasserdampfs im Verhältnis zur maximal möglichen Feuchtigkeitsmenge der Luft. Sie ist ein wichtiger Indikator für ein gesundes Raumklima und sollte in Wohnräumen idealerweise zwischen 40 und 60 % liegen.
LuftvolumenstromDer Luftvolumenstrom beschreibt die Luftmenge, die innerhalb einer bestimmten Zeit durch eine Lüftungsanlage, einen Lüftungskanal oder einen Raum strömt. Er wird üblicherweise in Kubikmetern pro Stunde (m³/h) angegeben und ist eine zentrale Kenngröße für die Planung und Leistungsbewertung von Lüftungssystemen. Ein korrekt ausgelegter Luftvolumenstrom sorgt für eine ausreichende Frischluftversorgung, eine hohe Luftqualität und einen wirksamen Feuchteschutz.
LuftwechselAls Luftwechsel bezeichnet man den Austausch von verbrauchter Innenluft gegen frische Außenluft. Ein ausreichender Luftwechsel ist wichtig für Gesundheit, Komfort und Feuchteschutz.
LüftungAustausch von Raumluft gegen Aussenluft.
M
Mindest-LuftwechselDer Mindest-Luftwechsel bezeichnet die geringste erforderliche Menge an Frischluft, die einem Raum oder Gebäude zugeführt werden muss, um Feuchtigkeit, Schadstoffe und Gerüche zuverlässig abzuführen. Er stellt sicher, dass ein hygienisches Raumklima erhalten bleibt und Feuchteschäden sowie Schimmelbildung vermieden werden. Der erforderliche Mindest-Luftwechsel hängt unter anderem von der Raumnutzung, der Personenzahl und den baulichen Gegebenheiten ab.
N
NennlüftungNotwendiger Luftvolumenstrom nach DIN 1946-6 zur Gewährleistung der hygienischen Anforderungen sowie der Sicherstellung des Bautenschutzes bei Anwesenheit der Nutzer (Normalbetrieb).
Q
QuerlüftungDie Querlüftung ist eine besonders effektive Form der Fensterlüftung, bei der gegenüberliegende Fenster oder Türen gleichzeitig geöffnet werden. Durch den entstehenden Luftstrom wird die verbrauchte Raumluft innerhalb kurzer Zeit gegen frische Außenluft ausgetauscht. Querlüftung hilft dabei, Feuchtigkeit, CO₂ und Gerüche schnell abzuführen.
S
StoßlüftungDie Stoßlüftung ist eine effektive Methode der Fensterlüftung, bei der Fenster für wenige Minuten vollständig geöffnet werden. Dadurch wird verbrauchte, feuchte Luft schnell gegen frische Außenluft ausgetauscht. Im Vergleich zu dauerhaft gekippten Fenstern sorgt die Stoßlüftung für einen besseren Luftwechsel und hilft, Energieverluste sowie Schimmelbildung zu reduzieren.
T
TaupunktDer Taupunkt bezeichnet jenen Luftzustand, bei welchem die Luft keinen Wasserdampf mehr aufnehmen kann (100% relative Feuchtigkeit). Sinkt in diesem Zustand die Lufttemperatur weiter, wird der Wasserdampf in der Luft zu Kondenswasser, welches sich an Bauteilen niederschlagen und das Risiko von Schimmelbildung erhöhen kann. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung hilft dabei, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren und Kondensat zu vermeiden.
W
WärmerückgewinnungDie Wärmerückgewinnung nutzt die Wärme der Abluft, um die frische Außenluft vorzuwärmen. Dadurch lassen sich Heizkosten senken und Energieverluste minimieren. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sorgen gleichzeitig für frische Luft, ein gesundes Raumklima und eine hohe Energieeffizienz.
WärmetauscherDer Wärmetauscher ist ein Bauteil zur Rückgewinnung von Wärme (teilweise auch Feuchte). Er überträgt Wärme von der Abluft auf die Zuluft, ohne dass sich die Luftströme vermischen. Für Wohnraumlüftungen werden vor allem Plattenwärmetauscher und Rotationswärmetauscher eingesetzt.
Z
ZuluftDie gesamte den Räumen zugeführte, vorgewärmte Luft [in m³/h].
ZuluftelementSiehe auch Aussenluftdurchlass.
Ü
ÜberströmbereichBereich zwischen den Zulufträumen und den Ablufträumen, der von der Luft vom Zuluftdurchlass bis zum Abluftdurchlass durchströmt wird.